Foto MarieUnsere ehemalige Freiwillige Marie berichtet von ihrem Freiwilligendienst im Kinderkrankenhaus Wilhelmstift:

Ich bin Marie und habe im Sommer 2014 erfolgreich mein Abitur in Hamburg absolviert. Da ich nach Beendigung meiner Schullaufbahn nicht direkt mit einem Studium beginnen wollte, habe ich mich für ein Freiwilliges Soziales Jahr (kurz FSJ) entschieden, welches ich in Trägerschaft des Erzbistums Hamburg im Kinderkrankenhaus Wilhelmstift Hamburg abgeleistet habe. Im Kinderkrankenhaus habe ich mich um einen Platz auf der Station „Chirurgie“ beworben, auf der ich ab September 2014 gearbeitet habe.

Meine Aufgaben auf der Station waren sehr unterschiedlich:
Ich habe eigenständig Patienten betreut und ihre Pflege übernommen, Verbandswechsel vorbereitet und anschließend den Ärzten dabei assistiert. Ich habe Kinder gemeinsam mit ihren Eltern und einer Schwester in den OP gebracht und nach der Operation wieder zurück auf die Station geschoben. Ich durfte sogar einige Male selbst mit in den OP, um bei Operationen zuzuschauen. Natürlich gehört zur Arbeit im Krankenhaus auch der große Bereich „Hygiene und Sauberkeit“, weshalb täglich viel gereinigt und aufgeräumt werden musste, auch wenn ein Patient aus dem Krankenhaus entlassen wurde.
Meine Tätigkeiten waren sehr abwechslungsreich und vielseitig. Da nicht nur das Pflegepersonal, sondern auch die Ärzte wussten, dass ich später einmal Kinderärztin werden möchte, wurden mir viele Krankheitsbilder und Therapiemöglichkeiten erklärt und veranschaulicht. Das hat dazu geführt, dass ich das gesamte Jahr über sehr viel fachliches Wissen erlangt habe.
Die Arbeit mit den „kleinen“ Patienten hat mir nicht nur bestätigt, dass dies etwas ist, was ich in meiner Zukunft beruflichen machen möchte, sondern ich habe darüber hinaus persönlichen und zwischenmenschlich viel gelernt.
Ich habe mich weiterentwickelt, bin selbstbewusster geworden, habe gelernt konsequent zu sein und bin offener geworden im Umgang mit den unterschiedlichsten Menschen. Außerdem habe ich gelernt eigenständig zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen.
Ich bin an und mit meinen dortigen Aufgaben gewachsen und ich habe Menschen mit unterschiedlichen Biografien kennenlernen dürfen, die mich inspiriert und beeindruckt haben, die mir sogar zu Vorbildern geworden sind.

Auch die kontinuierliche und intensive Betreuung durch den Fachbereich Freiwilligendienste war sehr gut und wichtig für mich und meine Arbeit. Auf fünf unvergesslichen Seminarreisen mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten haben sich alle FSJler kennengelernt. Hier ging es um die Reflexion der Arbeit, Hilfen bei Problemen und den Austausch der gesammelten Erfahrungen jedes einzelnen. Mit den Teamern an unserer Seite hatten wir sympathische und zugewandte Vertrauenspersonen, die uns bei unseren Anliegen zur Seite standen und unterstützt haben.

Ein Freiwilliges Soziales Jahr zu machen war eine der besten Entscheidungen, die ich bisher getroffen habe. Man tut nicht nur sich damit etwas Gutes, sondern man lernt auch, wie wichtig es ist anderen Menschen, die Hilfe benötigen, zu helfen.
Das Lachen und das Strahlen meiner „kleinen“ Patienten waren für mich jeden Tag die größte Motivation zur Arbeit zu gehen und auch der Grund in schweren und belastenden Zeiten weiterzumachen. Ich habe außerdem gelernt, worauf es im Leben wirklich ankommt und mich über kleine Fortschritte zu freuen.
Ich würde jedem jungen Menschen einen Freiwilligedienst empfehlen.