Beim Probearbeitstag lernte ich das volle Programm kennen. Das volle Programm, das ist die Morgen- und die Nachmittagsschicht. Es fing mit der Vorbereitung des Frühstücks an. Ich erinnere mich, es war ein heißer Tag. Also bestrichen die Ehrenamtlichen mit den anderen FSJlern und mir um 9 Uhr bei sonnigem T-Shirt-Wetter Brötchen, füllten Tee- und Kaffeekannen und deckten die Tische.

Um 10.15 kamen dann die Gäste, es war Ende des Monats und daher kamen nicht wenige. Doch trotzdem funktionierte alles gut, die Zeit verflog und schon waren die Gäste satt, der Saal wieder leer und es ging ans Putzen: Die Tische wischen, das Chaos in der Küche beseitigen. Kurze Pause.

Dann bereiteten wir das Mittagessen für die Mitarbeiter vor, noch kurz den Tisch gedeckt und schon begann das gemütliche Essen. Die alten FSJler weihten mich dann in das nachmittägliche Putzen ein, schweißtreibend, bei über 30 Grad – das sollte es später im Winter zum Glück nicht mehr sein.

Wir bereiteten das Mittagessen für die Gäste vor: Kaltspeisen anrühren, Salate anrichten, alles auf den Wagen verteilen, Kuchen zurechtlegen. Während die Ehrenamtlichen für die Nachmittagsschicht erschienen, betete die leitende Schwester mit den Gästen das Vater Unser im Essensaal.

Sobald das Gebet beendet war, gingen wir mit dem Essen in den Saal, verteilten uns auf zwei Seiten und bedienten die Gäste – fast wie in einem richtigen Restaurant. Es machte Spaß, man unterhielt sich, ich stellte mich ein paar neugierigen Gästen als neuer FSJler vor und wurde schon bald in den Feierabend entlassen – geschafft vom Tag, aber mit einem Lächeln über beide Ohren. Ich bin Jannick Schley, 20 Jahre alt und mache mein FSJ in der Alimaus, einer Einrichtung für Bedürftige. In der Alimaus bekommen Bedürftige jeden Tag eine warme Mahlzeit, in der Woche außederdem auch Frühstück mit Kaffee und Kuchen.