Schule geschafft! Und dann? Diese Frage stellte sich Marie vor etwa einem Jahr. Was sie seitdem erlebt hat, lest ihr hier:

Vor genau einem Jahr stand ich vor der großen Frage, wo meine berufliche Reise hingehen soll.  Zwar war mir immer klar, dass ich gerne mit Menschen zusammen arbeiten würde, aber Praktika während meiner Schulzeit haben nicht ausgereicht, um sagen zu können, ob ich gut in das soziale Berufsfeld hinein passen würde. Was bietet sich da also mehr an als ein Jahr praktische Erfahrung während eines Freiwilligendienstes zu sammeln?

Fast ein Jahr ist es jetzt her, dass ich mein FSJ in der Kindertagesstätte „St. Josef“ in Parchim begonnen habe, noch im Unklaren darüber, was mich so erwarten wird.  Auch etwas besorgt sah ich meinem FSJ entgegen, immerhin musste ich mir oft Sätze anhören wie „Willst du nicht gleich etwas Vernünftiges anfangen?“ oder „FSJler sind doch meistens nur Hauswirtschaftskräfte“.

Diese Vorurteile haben sich in meiner Einsatzstelle nicht bestätigt. Ich wurde sehr herzlich von meinen Kolleginnen aufgenommen und habe auch schnell entdeckt, wie gerne ich mich mit Kindern beschäftige. Mit der Zeit habe ich mich immer besser in meinen Tagesablauf eingefunden. Im Moment bin ich sogar so sehr an meine Arbeitsstelle und vor allem an die Kinder gewöhnt, dass ich mir noch gar nicht vorstellen kann, dass mein Alltag bald wieder komplett anders aussehen wird.

Ein Teil meines2017-08-23 (4) Tages verbringe ich damit, die Mahlzeiten vor- und nachzubereiten. In der Zwischenzeit helfe ich bei Angeboten der Erzieherinnen oder beschäftige mich in den Räumlichkeiten oder auf dem Hof individuell mit den Kindern. Das Schöne an meiner Einsatzstelle ist, dass es mir immer möglich gemacht wird, auch meine eigenen Ideen und Einfälle zu realisieren. So kann ich den Kindergartenalltag aktiv mitgestalten und mich selbst ein bisschen ausprobieren. Zu meinen bisherigen Ideen gehörten sowohl geplante und vorbereitete Angebote (z.B. Bastelangebote)  als auch spontane Gruppenspiele, sei es draußen oder drinnen.  Auch ein Ausflug zur örtlichen Feuerwehr gehörte zu meinen geplanten Projekten, genauso wie mein „Ritter ärgere dich nicht“- Projekt. Bei diesem handelt es sich um ein „Mensch ärgere dich nicht“- Spiel, welches ich selbstständig mit einigen Kindern zusammen gebastelt habe. Passend zu unserem Jahresthema „Mittelalter“ sahen die Spielfiguren deshalb wie kleine bunte Ritter aus.

Doch nicht nur die Arbeit in der Einsatzstelle ist Teil meines FSJs gewesen, sondern auch die Seminarzeit. Insgesamt fünf Seminarwochen habe ich im Bischof-Theissing-Haus in Teterow verbracht, zusammen mit anderen Freiwilligen aus MV und Umgebung. Angeleitet durch unsere drei Referenten konnten wir uns hier untereinander über die Einsatzstellen austauschen und unsere Arbeit reflektieren, aber auch uns zu politisch und gesellschaftlich angehauchten Themen weiterbilden.  Die Seminare waren eine sehr schöne Zeit, nicht nur weil sie eine gute Abwechslung zu unserem sonstigen Arbeitsleben dargestellt haben, sondern auch weil es viel Spaß gemacht hat, mit anderen FSJlern in Kontakt zu treten und vielleicht sogar die ein oder andere neue Freundschaft zu schließen.

Mein Freiwilliges Soziales Jahr war für mich auf gar keinen Fall verschwendete Zeit, ich habe mich super gerne in meiner Einsatzstelle engagiert. An dem Feedback aus meiner Einsatzstelle und aus den Seminarwochen bin ich sehr gewachsen. Außerdem habe ich wertvolle Erfahrungen gesammelt, zum Beispiel dass mir die Arbeit mit Kindern viel Freude bereitet und ich mir gut vorstellen kann, nach meinem Studium auch wieder in einer Einrichtung für Kinder oder Jugendliche zu arbeiten.2017-08-23 (2)